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Holocaust-Überlebende besucht das Kinder- und Jugendparlament

09.05.2024

„Helga, du sagst, Du bist eine gläubige Jüdin? In dem Moment, in dem so viele Menschen um dich herum ermordet wurden, hast du da weiterhin geglaubt oder hast Du Deinen Glauben in dieser Zeit verloren?“, fragt ein Vertreter aus dem Kinder- und Jugendparlament Helga Arndtheim Melmed, eine Überlebende aus den Konzentrationslagern Auschwitz, Neuengamme und Bergen-Belsen. Die 97-Jährige lacht herzlich und erklärt ihren Glauben mit einer Metapher: „Es gibt Tage, an denen wir uns mit unseren Eltern streiten, sie vielleicht sogar hassen und wünschten, dass sie nicht unsere Eltern wären. Im nächsten Moment liegen wir uns wieder in den Armen und wissen, dass das leere Worte waren, und wir haben uns wieder lieb.” So sei es ihr auch mit ihrem Glauben gegangen. Sie habe ihn nicht verloren.

 

Helga Arndtheim Melmed, geboren am 28. Dezember 1927, ist als Kind in Wilmersdorf aufgewachsen und hat die Schule am Nikolsburger Platz besucht. In der Nacht zum 18. Oktober 1941 wurden Helga und ihre Eltern Georg und Frieda von der Gestapo aus ihrer Wohnung an der Fechnerstraße abgeholt und zunächst ins Ghetto der polnischen Stadt Lodz gebracht. Ihr Vater wurde auf der Straße von Wachleuten willkürlich erschossen, ihre Mutter starb an Lungentuberkulose. Helga überlebte und kam nach der Befreiung aus dem KZ Bergen-Belsen erst nach Schweden, wo sie eine Tante aus den USA ausfindig machen und eine Einreiseerlaubnis für sie in die USA erwirken konnte. Ein Stolperstein erinnert an ihr Schicksal

 

Nach Berlin ist Helga Arndtheim Melmed gereist, weil sie von einem Projekt des Kinder- und Jugendparlaments über ein Seminar des Trägers ConAct (Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch) gehört hatte. Hierbei hatten Mitarbeiter des Jugendamtes und ein Vertreter der israelischen Partnerstadt Karmiel das gemeinsame Projekt, in Namen der jeweiligen Kinder- und Jugendparlamente, vorgestellt. Die Beteiligten planen, gemeinsam für die deportierten Kinder und Jugendlichen einen Gedenkstein zu setzen und mit einer Gedenktafel zu versehen. 

 

Helga Arndtheim Melmed war sehr daran interessiert das Projekt kennenzulernen, mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen und hat sich viel Zeit für ihre Fragen genommen.
 

 

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